Die häufigsten Sport- bzw. Muskelverletzungen

Betrachtet man den modernen Arbeitsmarkt, so fällt auf, dass körperliche Arbeit weniger gefragt ist denn je. Durch die voranschreitende Automatisierung werden viele „einfache“ Tätigkeiten überflüssig oder der Mensch wird schlicht durch Maschinen ersetzt. Im Kontrast dazu gibt es seit einigen Jahren einen regelrechten „Fitnessboom“, der quer durch alle Gesellschaftsschichten geht. Begünstigt durch diesen Boom wächst jedoch ebenfalls die Anzahl der Sportverletzungen, gerade weil viele Freizeitsportler nicht mit dem nötigen „Know How“ ihren sportlichen Aktivitäten nachgehen und daraus häufig vermeidbare Verletzungen resultieren.

© Stephanie Hofschlaeger  / pixelio.de

© Stephanie Hofschlaeger / pixelio.de

Gerade Muskelverletzungen, die für bis zu 25 % aller Sportverletzungen verantwortlich sind, entstehen oftmals durch plötzliche, unkoordinierte Muskelanspannungen, die besonders gerne durch falsche Trainingsmethoden oder eine unzureichende Muskelaufwärmphase ausgelöst werden können. Aber auch Ermüdungs- oder Überlastungsverletzungen sind hierbei an der Tagesordnung.

Generell werden Muskelverletzungen wie folgt klassifiziert:
Die wohl harmloseste Muskelverletzung ist im Volksmund gemeinhin als Muskelkater bekannt und tritt je nach Intensität des Trainings meist ein bis zwei Tage später auf. Ursprünglich nahm man hierbei an, dass der Muskel „übersäuert“. Diese Annahme wurde mittlerweile jedoch widerlegt und man vermutet, dass durch die Überlastung kleine Risse im Muskelgewebe auftreten, die – vereinfacht ausgedrückt – den Schmerz auslösen. Muskelkater benötigt keine Therapie, er lässt sich durch sanfte Massagen lindern, da hierdurch die Durchblutung gefördert wird.

Muskelkrämpfe, die meistens akut während dem Sport oder nachts nach dem Sport auftreten, werden meistens durch Elektrolytverlust hervorgerufen. Flüssigkeitsmangel, begünstigt durch starkes Schwitzen, kann ebenfalls Muskelkrämpfe auslösen. Dem Körper sollte also unbedingt vor, während und auch nach dem Sport genügend Flüssigkeit zugeführt werden. Treten Krämpfe auf, so hilft nur ausgiebiges Stretching und die eben bereits erwähnte Flüssigkeitszufuhr, um den Mineralienhaushalt wieder auszugleichen.

Muskelprellungen hingegen treten durch äußere „Gewalteinwirkung“ auf, wie z. B. einen Schlag oder einen Tritt. Hierbei wird das Gewebe gequetscht und es entsteht ein Bluterguss, auch bekannt als volkstümlich „Pferdekuss“. Um der Schwellung entgegenzuwirken hilft meistens eine Sportpause, Kühlung oder ein Kompressionsverband.

Muskelzerrungen werden häufig durch Überbeanspruchung oder fehlendes Aufwärmen hervorgerufen. Wie auch bei Muskelkrämpfen können Zerrungen auch durch Mineralienmangel begünstigt werden. Bei einer Zerrung kommt es zu einer schmerzhaften Spannungserhöhung innerhalb der Muskulatur, deren Intensität sich steigert, je länger der betroffene Muskel belastet wird. Oberste Priorität bei einer Zerrung ist also der sofortige Abbruch des Sports. Anschließend sollte die Zerrung gekühlt werden. Um hierbei Gewebeschäden zu vermeiden, sollte man allerdings darauf achten, dass keine „direkte“ Eisanwendung stattfindet.

Muskelrisse gehören mitunter zu den schwerstmöglichen Muskelverletzungen, die – von heftigen Schmerzen begleitet – für gewöhnlich sofort bemerkt werden. Sollte der Muskel komplett gerissen sein, so rollt sich der Muskel zur Sehne hin zusammen und die Verletzung kann von außen sogar sichtbar sein. Meistens ist bei einer solchen Verletzung ein operativer Eingriff unvermeidbar.

Beim Muskelfaserriss ist vielfach eine mangelhafte Vorbereitung auf den Sport der Auslöser, aber auch nicht ganz abgeheilte Zerrungen können einen Muskelfaserriss begünstigen. Wie auch beim Muskelriss wird die Verletzung von einem heftigen, plötzlichen Schmerz im Muskel begleitet. Gerade bei Leichtathleten oder Ballsportlern werden die Muskeln stark beansprucht und können bei Überbelastung reißen. Auch hierbei ist es dringend erforderlich, sofort den Sport zu unterbrechen und den Muskel unmittelbar zu kühlen. Ein Muskelfaserriss bedeutet für gewöhnlich eine drei- bis sechswöchige Sportpause mit einer intensiven Nachbehandlung inklusive ausgiebiger Physiotherapie und Massagen.

Generell kann man sagen, dass viele muskuläre Verletzungen bei richtiger Vorbeugung vermeidbar sind. Wichtig hierbei ist die Aufwärmphase vor dem Sport. Auch wenn viele aus Bequemlichkeit darauf verzichten, ist sie doch ein essentieller Bestandteil und sollte immer in die sportliche „Routine“ eingearbeitet werden.

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on TumblrShare on LinkedInPin on PinterestEmail this to someone

Hinterlasse eine Antwort