Verstauchungen – oft schmerzhafter als ein Bruch

Wer Sport treibt, dürfte dieses schmerzhafte Leiden kennen: eine Verstauchung oder auch Distorsion im Fachjargon genannt. Hierbei handelt es sich um eine Verletzung an den unterschiedlichen Gelenkskapseln oder auch an den Bändern. Besonders häufig sind davon das Knie, das Handgelenk oder auch das Sprunggelenk betroffen. Doch was genau passiert bei einer Verstauchung und woher kommt sie?

© Paulwip  / pixelio.de

© Paulwip / pixelio.de

Oft passiert diese Art von Verletzung durch ein Verdrehen des Gelenks. Bei Bewegungssportarten, die beispielsweise schnelle Richtungswechsel erfordern, wie Fußball oder Basketball, ist gerade die Sprunggelenksdistorsion ein unliebsamer Begleiter. Bemerkbar macht sich eine Verstauchung in der Regel sofort, da neben dem späteren Anschwellen und einem möglichen Bluterguss auch der Schmerz meist unmittelbar einsetzt.

Hilfe beim Orthopäden
Sollte der Verdacht auf eine Verstauchung oder eine Gelenksverletzung bestehen, sollte man damit am besten zu einem Orthopäden gehen. Bei der anschließenden Untersuchung ist es sinnvoll, dem Arzt möglichst präzise den Unfallhergang zu schildern. Anhand dessen, einer körperlichen Untersuchung und einem bildgebenden Verfahren – meist eine Ultraschalluntersuchung – ist es dem Arzt möglich eine Diagnose zu stellen. Ein besonderes Merkmal, das auf eine Distorsion hinweist, ist der sogenannte Druckschmerz, der auftritt, wenn man auf das betroffene Gelenk Druck ausübt.

Trotz der schmerzhaften Verletzung ist das „Gute“ daran, dass eine Distorsion in der Regel konservativ – und somit nicht operativ – behandelt wird. Wichtig ist, dass der Sport sofort unterbrochen und das betroffene Gelenk möglichst schnell nach Auftreten der Symptome gekühlt wird, so dass die Schwellung zurückgehen kann. Um das Gelenk zu stabilisieren, ist es sinnvoll einen Kompressionsverband anzulegen. Hierdurch können die Schwellung sowie der Bluterguss abgemildert werden. Zusätzlich ist es ratsam das betroffene Gelenk hochzulegen, um das Blut aus dem Bluterguss wieder Richtung Herz abfließen zu lassen.

Spätfolgen vorbeugen
Um mögliche Spätfolgen zu vermeiden, sollten die oben angeführten Punkte unbedingt befolgt werden. Bei falscher oder gar keiner Behandlung kann sich das betroffene Gelenk destabilisieren, was zur Folge hat, dass das Gelenk weitaus anfälliger für erneute Distorsionen wird. Nach erfolgreicher Behandlung ist es trotzdem dringend ratsam, das Gelenk erst nach und nach wieder an die Belastung zu gewöhnen und nicht gleich wieder voll ins Training einzusteigen. Gerade bei Sprunggelenksdistorsionen sollte man sich langsam an das Trainingspensum gewöhnen und vorerst auf gelenkschonende Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren ausweichen.

Generell lässt sich sagen, dass eine Verstauchung zwar meist ohne Komplikationen wieder verheilt, allerdings eben nur bei der richtigen Behandlung und der Einhaltung der richtigen Schonzeit. Ein Arzt kann zwar eine ungefähre Zeitspanne vorgeben, wann das Gelenk wieder belastet werden kann, allerdings verläuft der Heilungsprozess bei jedem Menschen unterschiedlich. Aus diesem Grund sollte man die Trainingsfrequenz erst dann erhöhen, wenn man wieder vollkommen schmerzfrei ist.

Share on FacebookTweet about this on TwitterShare on TumblrShare on LinkedInPin on PinterestEmail this to someone

Hinterlasse eine Antwort