Wie funktioniert die Wundheilung?

Ein kleiner Schnitt in den Finger beim Zwiebelschneiden, ein aufgeschürftes Knie nach einem Sturz vom Skateboard oder ein Kratzer von der Katze – kleine Wunden gehören zu unserem Alltag dazu und können selbst versorgt werden, da die natürliche Wundheilung Wunden verschließt und Gewebe erneuert.

Wunden versorgen
Zuerst sollte die Wunde gereinigt und desinfiziert werden, damit keine Bakterien in die Wunde gelangen können. Dafür gibt es spezielle Desinfektionssprays, die zum Reinigen der Wunde benutzt werden können. Sollten Sie die Wunde einer anderen Person versorgen, tragen Sie unbedingt Einweghandschuhe und achten Sie darauf, die Wunde nicht zu berühren, da Keime in den Wunden Infektionen auslösen können, die die Wundheilung verlangsamen oder verhindern.

© jutta rotter  / pixelio.de

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Nachdem die Blutung aufgehört hat, können Sie ein Pflaster oder einen kleinen Verband anlegen, der die Wunde vor weiterer Verschmutzung schützt. Bei kleineren Verletzungen reicht in der Regel ein Pflaster aus. Der Verband sollte so angebracht werden, dass die Wundränder möglichst nah aneinander liegen, damit die Wundheilung vereinfacht wird. Um zu verhindern, dass das Wundsekret mit dem Verband verklebt, kann eine Wundsalbe benutzt werden. Die Feuchtigkeit der Salbe kann außerdem dabei helfen, dass sich neues Gewebe schneller aufbauen kann. Wenn die Wunde verschlossen ist, dann kann sie ohne Verband an der Luft verheilen. ActiPatch kann außerdem zur Unterstützung der Wundheilung eingesetzt werden, da es die natürliche Wundheilung durch elektromagnetische Wellen unterstützt.

Bei größeren oder schlecht verheilenden Wunden sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. Das gilt auch für Platzwunden, tiefe Schnittwunden und Tierbisse, da hier das Nähen der Wunde oder eine Auffrischung der Tetanusimpfung erforderlich sein könnte, um Wundstarrkrampf zu vermeiden. Der Arzt weiß außerdem, wie die Wunde am besten versorgt werden muss, damit sie schnell und problemlos verheilen kann. Doch wie funktioniert die natürliche Wundheilung eigentlich?

Die Phasen der Wundheilung
Die Wundheilung wird in die folgenden Phasen eingeteilt: Ruhe- und Latenzphase, Reinigungs- und Entzündungsphase, Granulationsphase und Regenerationsphase. Wenn man sich verletzt und eine Wunde entsteht, beginnt ein gesunder Körper sofort mit der natürlichen Heilung der Wunde, indem Blutplättchen (Thrombozyten) die verletzte Stelle verschließen. Dadurch wird das verletze Blutgefäß verengt und das Blut beginnt zu gerinnen. Diese Phase der Wundheilung wird als Ruhe- oder Latenzphase bezeichnet. In der anschließenden Reinigungs- und Entzündungsphase verklebt ein Netz aus Gerinnungseiweißen, das sogenannte Fibrinnetz, die Wunde und hilft dabei die Wundränder zu schließen. Zur gleichen Zeit werden Fremdkörper und Keime mit dem Wundsekret aus der Wunde heraustransportiert, während das Immunsystem gegen bereits eingedrungene Keime vorgeht.

Im Verlauf der Wundheilung, der sogenannten Granulationsphase, füllt sich die Wunde von unten mit neuem Gewebe und es bilden sich neue feine Gefäße. Außerdem wird das Fibrinnetz durch das Enzym Plasmin abgebaut. In der abschließenden Regenerationsphase bilden sich Kollagenfasern und die Wunde schließt sich an der Oberfläche. Zurück bleibt eine Narbe, die anfangs noch rot ist und im Laufe der Zeit weiß wird. Das Narbengewebe steht zuerst noch hervor und sinkt mit der Zeit ein. Eine schnelle Wundheilung wird durch gut durchblutetes Gewebe vereinfacht. Die Regenerationsphase ist dann abgeschlossen, wenn das Gewebe seine üblichen Funktionen wieder übernehmen kann.

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